miezes welt

leben gehen.

Film: Full Metal Village (So macht Landwirtschaft Spaß) (2006/D)

wacken01

Tag: 4. Juli 2009, gegen 21 Uhr

Medium: DVD

Genre: Dokumentation

Bildquelle: hier

Dauer: 90 min

Sprache: Deutsch

Buch, Schnitt, Regie: Sung-Hyung Cho

Produktion: Flying Moon

Deckeltext:

Draußen grasen unter holsteinischem Himmel die Milchkühe, drinnen gibt es beim Kaffeekränzchen selbstgebackenen Kuchen. Auf den ersten Blick ein ganz normales Dorf, wie es in Deutschland viele davon gibt, beschaulich und idyllisch – Wacken. Einmal im Jahr jedoch, am ersten Wochenende im August, ist richtig was los. Dann findet für drei Tage das Wacken Open Air Festival statt. „Wacken rules!“ dröhnt als Schlachtruf, und 40.000 Heavy-Metal-Fans mit langen Haaren, schwarzen Ledermänteln und Nietenhalsbändern strömen aus aller Welt in das Dorf. Sie sind gekommen, um ihre Musik und sich zu feiern. Schwarze Schlangen bilden sich vor dem kleinen Supermarkt, auf den Wiesen reiht sich in endloser Weite ein Zelt ans nächste, und vor der riesigen Black-Metal-Stage wogen tausende von Armen und Köpfen im harten Rythmus der Metal-Musik. FULL METAL VILLAGE setzt sich mit der kuriosen, liebenswürdigen Begegnung zweier Kulturen auseinander und dokumentiert – über das temporäre Musikereignis hinaus-das Bild einer ländlichen Gemeinde, deren Identität und Zusammenhalt ohne das Heavy-Metal-Festival nicht mehr denkbar scheint.

Der Film hat mich überrascht und ich fand ihn erste Sahne. Wenn man das Genre „Doku“ liest, mag der eine oder andre ja gern gähnend die DVD zur Seite legen, aber hier ist es ganz anders. Es lohnt sich wirklich den Film zu sehen. Er setzt sich aus kleineren Szenen zusammen, wobei man dem Landwirt bei der Arbeit über die Schulter zuschaut und dabei viel über die Milchwirtschaft erfährt oder den älteren Damen beim Kaffeekränzchen, den Jugendlichen bei der Gymnastik. Nebenbei wird der gesamte Ablauf des Festivals gezeigt, von der Organisation bis zum Aufbau der Hauptbühnen bis hin zum Festival selbst, mit Konzertmitschnitten(z.B. Ensiferum) sowie das große Aufräumen, welches von vielen Dorfbewohnern mitgetragen wird. Man erfährt viel über die Anfänge der Wacken-Tradition von jemanden, der es in den Anfängen mit aufgebaut hat. Kontraste gibt es vor allem beim Vergleich Kirchenchor und Tanzgruppe zum Metalsound im August, auch Vorurteile der alten Menschen gegen dieses Genre werden aufgearbeitet, auch der Pfarrer der Gemeinde kommt zu Wort. Bemerkenswert ist, dass die Filmemacherin selbst sehr interessiert an der Kultur der Dorfbewohner ist. Der Film besticht quasi mit diesen Kontrasten, für sie allein lohnt es sich, diesen Film zu sehen. Eine meiner Lieblingsszenen sind die Kühe, die zum Metalsound über die Weide laufen. Ich bin der Meinung, dass der Film auf jeden Fall ein Muss für jeden Metalfan ist, der das Festival schon mal besucht hat, aber auch für die, die gerne gute Dokus schaun und mit dem Musikstil nicht so viel anfangen können.

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1 Kommentar»

  Gesehen 2009 « miezes welt wrote @

[…] Cho Sung-hyung: Full Metal Village – So macht Landwirtschaft Spaß, Deutschland 2006 […]


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