miezes welt

leben gehen.

Archiv für Buch_Film_Musik

Gelesen 2009

Michel Houellebecq: Plattform

Clemens Meyer: Als wir träumten

H. Blümer/J. Thomae: Eine Frau, ein Buch

Michael Cunningham: Die Stunden

Ildikò von Kürthy: Mondscheintarif

Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart

Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel

Stefan Aust: Der Baader-Meinhoff-Komplex

Michel Houellebecq: Elementarteilchen

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

Lolita Pille: Pradasüchtig

Klaus Mann: Der fromme Tanz

Maxim Biller: Die Tochter

André Gorz: Brief an D.

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

David Forster Wallace: Georg Cantor (Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen)

Katherine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Peter Prange: Der letzte Harem

Frederik Hetmann: Traumklänge (oder Das längste Märchen, das es je gab.)

Werner Bräunig: Rummelplatz

Jonathan Franzen: Schweres Beben

Christine Anlauff: Good Morning, Lehnitz

Jeffrey Eugenides: Middlesex

Ulrike Draesner: Spiele

Vikas Swarup: Rupien! Rupien!

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Gesehen: Trennung mit Hindernissen (2006/USA)

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Tag: 25.8.2009, gegen 21 Uhr

Medium: DVD

Genre: Komödie

Dauer: etwa 2h

Sprache: deutsch

Regie: Peyton Reed

Produktion: Universal Studios

Bildquelle: hier.

In der Komödie lernen sich Broke (Aniston), eine Galerieverkäuferin und Gary (Vaughn), ein polnischer Fremdenführer bei einem Baseballspiel kennen. Im Vorspann werden die Beiden als Paar gezeigt, dass sich kennenlernt, miteinander ausgeht und zusammenzieht. Dann treffen sich die Familien das erste Mal zum Essen und zwischen dem Paar kriselt es wegen zu wenigen Zitronen, die Gary mitgebracht hat. Schnell wird deutlich, dass es nicht die Zitronen sind, die das Paar auseinander getrieben haben, sondern dass die Ursachen viel tiefer liegen als angenommen: Sie haben sich irgendwie auseinander gelebt und ganz  unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Das getrennte Paar, welches in der selben Wohnung lebt, versucht sich mit neuen Partnern, zu provozieren, man merkt schnell, dass beide unter der Trennung leiden und sie am liebsten rückgängig machen würden, es aber letztendlich doch nicht tun, da die Interessen so unterschiedlich sind. Dann verkaufen sie die Wohnung. Nachdem sie sich ein Jahr nicht gesehen haben, treffen sie sich wieder und beschließen, sich wieder öfter zu sehen.

Der erste Eindruck: übertrieben, Hollywood eben.

Die Handlung an sich ist ziemlich gut umgesetzt, nur die Dialoge sind zu übertrieben. Man merkt jedoch, dass eine Trennung auch im Stillen, unterbewusst ablaufen kann. Wenn es dann zum Auslöser kommt, ist es zu spät zum Umkehren. Genau das will der Film sagen, denke ich. Beide Partner werden auf ihre Fehler hingewiesen, dass alles in zu schriller Sprache, zu schrillen Worten. Auffällig, laut. Man wird sich auch der Komödie nicht bewusst und ich weiß nicht mehr, wo eigentlich die Witze waren. Nach Ansehen des Films will man erst mal Stille. Vom weiblichen Gekeifer und männlicher Prahlerei.

Gelesen: Stefan Aust – Der Baader-Meinhoff-Komplex

Das Buch handelt, man erkennt es am Titel, von der RAF und ihren Auswirkungen auf Staat & Gesellschaft. Von ihren Anfängen über die immer größer werdende Gruppe bis hin zu den letzten ähnlichen Gruppierungen inklusive dem „Deutschen Herbst“. Treffend wird über die einzelnen Charaktere berichtet, welchen Platz sie in der Gruppe einnehmen und die real vorherrschenden Konflikte der Gruppe, die man mit der Zeit nachvollziehen kann. Aber auch von den Auswirkungen auf gerade die jungen Leute, die sich immer öfter mit der Gruppe solidarisieren konnten.

Vor einem Jahr habe ich den Film gesehen und habe mich dann entschieden, auch noch das Buch zu lesen. Ich persönlich habe diese schwierige Zeit nicht erlebt, empfand aber dieses Buch als das Beste, was über diese Thematik existiert. Stil und Sprache sind der Ernsthaftigkeit des Themas vollkommen angemessen, man fühlt sich so, als bekomme man wirklich, wie es ja auch ist, von einem Zeitzeugen erzählt. Dabei ist es zwischendurch nicht langweilig, sondern behält seine Spannung bei. Ein Gutes haben solche Bücher: man weiß, wie es ausgeht. Prädikat: sehr lesenswert.

Gesehen: G.I. Joe-Geheimauftrag Kobra (2009/USA)

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Tag: 14. August 2009, Uhrzeit: 20.15

Ort: Kinopolis, Main-Taunus-Zentrum, Sulzbach, Kino 1

Bildquelle: hier

Handlung:

Captain „Duke“ Hauser (Channing Tatum) und sein Partner Wallace „Ripcord“ Weems (Marlon Wayans) haben von der NATO den Auftrag erhalten, mit zerstörerischen Nanobots bestückte Sprengköpfe aus einer Fabrik des MARS-Konzerns in Kirgistan zu eskortieren. Doch die Mission läuft schief. Die stets in Lack und Leder gekleidete Terroristin Baroness (Sienna Miller), die für die Geheimorganisation COBRA arbeitet, überfällt den Konvoi. Doch bevor sie mit den High-Tech-Waffen entkommen kann, taucht G.I. Joe auf und rettet den Tag. Unter der Leitung von General Clayton „Hawk“ Abernathy (Dennis Quaid) hat es sich die aus Topagenten wie dem Waffenspezialisten Hershel „Heavy Duty“ Dalton (Adewale Akinnuoye-Agbaje) oder der Nachrichtenoffizierin Shana „Scarlett“ O’Hara (Rachel Nichols) zusammengesetzte Spezialeinheit auf die Fahnen geschrieben, den internationalen Terrorismus in seinen Grundfesten zu erschüttern. Duke und Ripcord sind begeistert von den scheinbar endlosen technischen Möglichkeiten der Einheit (von flüssigen Nano-Rüstungen bis zum Beschleunigungs-Kampfanzug Delta-6 ist hier alles zu haben) und treten G.I. Joe nur allzu gerne bei. Doch die ruhigen Tage sind schnell gezählt. Baroness und COBRA geben keine Ruhe, bis sie die Sprengköpfe endlich doch noch in den Händen halten…

Quelle: hier.

Ich hatte im Vorfeld schon erfahren, dass es sich nicht lohnt, über den Film nachzudenken. So stellte es sich schließlich auch heraus. Solange man das Hirn abschaltete, war der Film passabel. Ich denke aber, dass gerade diese eine Begebenheit einen guten Film ausmacht. Ich empfand auch die Handlung nicht als neu, die alte GutgegenBöse-Strategie wird nun mal mindestens in jedem zweiten Film thematisiert.

Ohne Nachzudenken konnte man Sinn erkennen und hatte 2h Spaß. Nach nicht mal 20 Minuten die erste Szene Rumgeballer und Action. Besondere Sinnhaftigkeit oder einen Charakter am Film selbst war nicht zu erkennen. Ansonsten muss jedoch der hohe Unterhaltungsfaktor hervorgehoben werden.

Gelesen: Peter Prange – Der letzte Harem

Die Handlung des Buches ist in die Zeit zwischen 19. & 20. Jahrhundert im damaligen Osmanischen Reich, der heutigen Türkei gelegt. Die Freundinnen Fatima, eine Tscherkessin und gläubige Muslimin und Elisa, einer Armenierin und Christin, 9 Jahre alt, erleben in einer schicksalschweren Nacht, wie ihr Dorf, nach einem Streit zwischen den vielen Religionen im Dorf, nach einer Explosion in Flammen aufgeht. Von einem Menschenhändler in den Sultansharem nach Konstantinopel gebracht, will Fatima sehr bald nur noch dem Sultan gefallen, während Elisa sich nach der Sehnsucht nach Freiheit fast verzehrt und durch eine glückliche Fügung eine der engsten Vertrauten des Sultans wird, während Fatima es tatsächlich schafft, zu eine der Favoritinnen Abdülhamids zu werden. Dann jedoch versinkt das Osmanische Reich und mit ihm der ganze Glanz des Harems, der Sultan geht ins Exil. Beide Freundinnen bleiben erst zusammen, gehen beide ihren ganz eigenen Weg, entfernen sich jedoch nach einem Streit, wie es scheint für immer, voneinander bis sie sich unter eher unglücklichen Umständen wiedertreffen.

Das Buch erzählt gleichzeitig realistisch und erzählend über diese eine für den Leser unbekannte Welt und man tut sich sehr schwer, das Buch wirklich aus der Hand zu legen. Dieser Erzählstrang ist fesselnd und betörend zugleich und jeder stellt sich die Handlung beim Lesen in anderen Farben vor. Man entwickelt bei diesem Buch Bilder, es kommt einem so vor, als säße man im Kino oder besser noch mitten im Geschehen und bekäme alles mit. Bewundernswert und -achtenswert finde ich, dass Peter Prange auch den armenischen Genozid 1918 nicht auslässt oder gar verschweigt (wie es heute noch oft passiert), sondern durch die Figur Elisa schildert, genauso wie Armut, Diskriminierung und Hass. Jede Figur scheint im Übrigen den richtigen Platz zu haben in der Geschichte, ob vom Jungrevolutionär, vom Eunuchen, von der 4. Ehefrau des Sultans, vom deutschen Arzt, der die preußische Tugend satt ist, was die Erzählung ungeheuer spannend macht, außerdem sind Sprache und Stil gut gewählt.

Ich persönlich war von diesem Buch sehr fasziniert, obwohl ich eigentlich dem historischen Roman eher abgeneigt bin, weil ich immer die Vorstellung habe, mich nicht richtig reinversetzen zu können oder die Handlung nicht überzeugend genug ist, um die nötige Emphatie zu entwickeln, doch dieses Buch reicht viel weiter als das und ich kann nur dem, der hier darauf aufmerksam geworden ist, empfehlen, das Buch mal zu lesen.

#14

„Ein Felsen ragte aus dem Wasser, spitz und zerklüftet und von Moos bedeckt – eine Erinnerung an die Eiszeit und an den Gletscher, der einst dieses Becken in die Erde gefräst hatte. Der Felsen hatte dem Regen widerstanden, dem Schnee und dem Frost, der Hitze. Er fürchtete sich vor niemandem. Er bedurfte keiner Erlösung, denn er war bereits erlöst. I.B. Singer

Gefunden in Jonathan Franzen – „Schweres Beben“ gleich am Anfang, hinter der Danksagung.

Gelesen 2009

Michel Houellebecq: Plattform

Clemens Meyer: Als wir träumten

H. Blümer/J. Thomae: Eine Frau, ein Buch

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Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel

Stefan Aust: Der Baader-Meinhoff-Komplex

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Lolita Pille: Pradasüchtig

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André Gorz: Brief an D.

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

David Forster Wallace: Georg Cantor (Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen)

Katherine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Peter Prange: Der letzte Harem

Frederik Hetmann: Traumklänge (oder Das längste Märchen, das es je gab.)

Werner Bräunig: Rummelplatz

Jonathan Franzen: Schweres Beben