miezes welt

leben gehen.

Archiv für Literatur

Gelesen 2010

2009

Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt

David Nicholls – Zwei an einem Tag

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Gelesen 2009

Michel Houellebecq: Plattform

Clemens Meyer: Als wir träumten

H. Blümer/J. Thomae: Eine Frau, ein Buch

Michael Cunningham: Die Stunden

Ildikò von Kürthy: Mondscheintarif

Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart

Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel

Stefan Aust: Der Baader-Meinhoff-Komplex

Michel Houellebecq: Elementarteilchen

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

Lolita Pille: Pradasüchtig

Klaus Mann: Der fromme Tanz

Maxim Biller: Die Tochter

André Gorz: Brief an D.

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

David Forster Wallace: Georg Cantor (Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen)

Katherine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Peter Prange: Der letzte Harem

Frederik Hetmann: Traumklänge (oder Das längste Märchen, das es je gab.)

Werner Bräunig: Rummelplatz

Jonathan Franzen: Schweres Beben

Christine Anlauff: Good Morning, Lehnitz

Jeffrey Eugenides: Middlesex

Ulrike Draesner: Spiele

Vikas Swarup: Rupien! Rupien!

Robert Schneider: Die Offenbarung

T.C. Boyle: Die Frauen

Stieg Larsson: Verblendung

Gelesen: André Gorz – Brief an D.

Das Buch ist in Briefform geschrieben und ca. 80 Seiten lang. Auf diesen Seiten stehen die wohl rührendsten und schönsten Worte, die man einem Menschen nur widmen kann. Es wird das hauptsächlich das Zusammenleben und vor allem auch die gegenseitige Liebe des Ehepaar Gorz beschrieben, denn sie, Dorine, 83-jährig, ist schwer krank, leidet unter einer unheilbaren Krankheit und er blickt zurück, sieht das Wirken seiner Arbeit auf die französische Gesellschaft, den Kontakt zu Jean-Paul Sartre, der ebenfalls Philosoph war und in vielen Dingen die gleiche Meinung vertrat (z.B. das bedingungslose Grundeinkommen). Der Brief sollte das letzte Zeugnis der beiden sein, denn sie nahmen sich am 22.9.2007 in ihrem Haus in Frankreich gemeinsam das Leben.

Dies war wohl eines der schönsten, klarsten Liebesgeständnisse, die ich je lesen durfte. Die 80 Seiten waren schnell gelesen, einen noch viel größeren Eindruck hinterließen sie auf mich. Ein Mann sieht seine Frau, wie sein Herz sie sieht und fühlt. So deutlich. So wahr. So schön.

Als ich das Buch gerade zu Ende las, ich saß im Zug und hatte noch einen langen Weg vor mir, war ich so gerührt, dass ich zu weinen anfing. Ein Mann, der im selben Abteil saß, schaute natürlich nicht schlecht, als mir die Krokodilstränen nur so aus den Augen rannen. Ich denke, das unterstreicht das Wertvolle des Buches, ich kann es wirklich jedem empfehlen, mal zu lesen.

#23

„(…)Schweren Herzens kehre ich zu Shankar zurück. Hammerschlägen gleich hallen Swapna Dewis Worte in mir nach. Wie einen tollwütigen Hund will sie Shankar loswerden. Nie zuvor habe ich so gegen meine Armut aufbegehrt wie in diesem Augenblick. Ich wünschte, ich könnte dem Hund sagen, er hätte sich vor dem Zubeißen vergewissern sollen, ob sein Opfer auch für das Gegenmittel aufkommen kann.( …)“

auf S. 302 aus Vikas Swarup „Rupien, Rupien!“.

An der Stelle des Buches stirbt ein guter Freund des Erzählers, der, wie der Erzähler selbst nicht besonders reich ist, an Tollwut nach einem Hundebiss. Kurz vor seinem Tod verstößt auch dessen Mutter ihn, die, trotz ihres Reichtums, das Gegenmittel für ihren Sohn nicht bezahlen möchte.

 

 

Gelesen: Lolita Pille – Pradasüchtig

Auf Wunsch hier heute diese Buchvorstellung.

Dazu muss ich erklären, wie es kam, dass ich so ein Buch gelesen habe, obwohls vom Titel her nicht unbedingt meinen Geschmack trifft. Grund hierfür war meine Deutschlehrerin in der 13. Klasse kurz vorm Abitur, die die Nase voll hatte vom allzu klassischen und zu wenig modernen Literaturempfehlungen auf dem Lehrplan. Also schlug sie vor, dieses Buch zu lesen. Natürlich ist es jetzt alles schon ein Weilchen her, ich habe es mir nicht nehmen lassen, trotz vieler Markierungen und Interpretationsanmerkungen das Buch noch mal zur Hand zu nehmen. Der Titel klingt nach leichter Lektüre, wirklich tollstes Klischee. Innen drin siehts schon anders aus.

Es geht um die französische High-Society in Paris. Hell, ein 18-jähriges Mädchen, dass diesem Klientel angehört, hat alles: Geld, Designerklamotten, schlaflose durchtanzte Nächte und alles, was man sonst noch braucht, wenn einem den ganzen Tag langweilig ist und man immer zu Shoppen geht. Noch dazu hat sie einen fast unübersichtlich großen Bekanntenkreis, nur wirklich tiefgründige Freundschaften hat sie nicht. Und ab dem Punkt bemerkt man spätestens, dass ihr Leben ebenso freudlos, sowie ohne jegliche Perspektive abläuft, wie das eines Menschen, der evtl irgendwo anders in der Gesellschaft steht, nein, vielleicht ist sein Leben sogar noch glücklicher. Bis sie eines Tages Andrea kennenlernt, der ihr ein tiefstes innerliches Bedürfnis zeigt und versucht auszufüllen, was vorher noch nie jemanden gelungen ist…

Das Buch fand ich für meinen Teil schon überraschend. Soviel Kritik an der Gesellschaft, im Grunde weniger Glamour, als man sich beim Titel vorstellen kann. Die Sprache könnte genauso gut die eines drogensüchtigen Mädchens sein, was die ganz harten Zeiten miterlebt hat, jedoch trifft sie das Prinzip sehr genau: auch in oberen Gesellschaftsschichten sind die Leute nicht automatisch glücklicher, vor Allem der Sarkasmus und die Ironie reizen zum Lesen. Wider Erwarten, von anfänglichen Zweifeln mal abgesehen, auch bei zweimaligen Lesen ein gutes Buch.

 

 

Gelesen 2009

Michel Houellebecq: Plattform

Clemens Meyer: Als wir träumten

H. Blümer/J. Thomae: Eine Frau, ein Buch

Michael Cunningham: Die Stunden

Ildikò von Kürthy: Mondscheintarif

Haruki Murakami: Sputnik Sweetheart

Michel Houellebecq: Die Möglichkeit einer Insel

Stefan Aust: Der Baader-Meinhoff-Komplex

Michel Houellebecq: Elementarteilchen

Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker

Lolita Pille: Pradasüchtig

Klaus Mann: Der fromme Tanz

Maxim Biller: Die Tochter

André Gorz: Brief an D.

Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten

David Forster Wallace: Georg Cantor (Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen)

Katherine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt

Peter Prange: Der letzte Harem

Frederik Hetmann: Traumklänge (oder Das längste Märchen, das es je gab.)

Werner Bräunig: Rummelplatz

Jonathan Franzen: Schweres Beben

Christine Anlauff: Good Morning, Lehnitz

Jeffrey Eugenides: Middlesex

Ulrike Draesner: Spiele

Vikas Swarup: Rupien! Rupien!

Gelesen: Stefan Aust – Der Baader-Meinhoff-Komplex

Das Buch handelt, man erkennt es am Titel, von der RAF und ihren Auswirkungen auf Staat & Gesellschaft. Von ihren Anfängen über die immer größer werdende Gruppe bis hin zu den letzten ähnlichen Gruppierungen inklusive dem „Deutschen Herbst“. Treffend wird über die einzelnen Charaktere berichtet, welchen Platz sie in der Gruppe einnehmen und die real vorherrschenden Konflikte der Gruppe, die man mit der Zeit nachvollziehen kann. Aber auch von den Auswirkungen auf gerade die jungen Leute, die sich immer öfter mit der Gruppe solidarisieren konnten.

Vor einem Jahr habe ich den Film gesehen und habe mich dann entschieden, auch noch das Buch zu lesen. Ich persönlich habe diese schwierige Zeit nicht erlebt, empfand aber dieses Buch als das Beste, was über diese Thematik existiert. Stil und Sprache sind der Ernsthaftigkeit des Themas vollkommen angemessen, man fühlt sich so, als bekomme man wirklich, wie es ja auch ist, von einem Zeitzeugen erzählt. Dabei ist es zwischendurch nicht langweilig, sondern behält seine Spannung bei. Ein Gutes haben solche Bücher: man weiß, wie es ausgeht. Prädikat: sehr lesenswert.